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Wetterkapriolen, gruppendynamische Verwicklungen und vereinzelte KlettererfolgeWetterkapriolen, gruppendynamische Verwicklungen und vereinzelte Klettererfolge

Nach einem Jahrhundertsommer hatten wir gerade eher das Gegenteil - es wollte partout weder warm noch trocken werden... Klettern will man natürlich trotzdem gerne und dieses zeitigte die im folgenden geschilderten Entwickungen:
Samstag: Regen - an Klettern nicht zu denken.
Dafür bot der Sonntag interessante Erlebnisse: nachdem unser promovierter Informatiker unter Berufung auf internet-gestützte Regendaten boykottierte, trafen sich gewisse Truppenteile in Hohnstein mit dort nicht vorhandenen Sandmäusen (die das Puppentheater-Festival besuchen wollten), sowie entscheidungsfreudigen Freitalern. Nachdem diese in viertelstündlicher Diskussion nicht zum Ratschluss (ob nun Puppenspiel oder Klettern) gelangen mochten, zog die kleine KVU-Abteilung doch alleine zum Zielgipfel Anstand/Pantinenturm. Nach dem intensiven kennenlernen (incl. Körperkontakt) einer den nässesten und rutschigsten Brand-Zustiegs-Schlotten wurde (oh Wunder!) festgestellt, dass die Besteigung an Nässe scheitern müsse. Es blieb nur der geordnete Rückzug. Hierbei wurde aber schon ein neues Ziel (Pizzeria in Ehrenberg) festgesetzt. Durch unerwartetes Zusammentreffen mit der Puppenspiel-Fraktion wurden die ambitionierten Bergsportler noch um ihren König dezimiert und nur noch 3 machten sich nach Ehrenberg zur Pizzeria (heute leider geschlossen ;-) ) auf. Doch letztlich hielt das die Sportler nicht mehr auf und so konnten an der Liliensteinnadel noch schöne Erfolge erzielt werden.
Für den König jedoch ging der Sonntag ebenso desaströs zu Ende, wie er begann. Die ihn begleitende Wandererfraktion bekundete ihr Interesse an der Besteigung kleinerer Gipfel. Die Auguste wurde gewählt, und über den mittlerweile trockenen AW auch leicht bezwungen. Obwohl sich die Kinder zuvor berühmten, des Abseilens kundig zu sein, waren sie es nicht. Die durch den Brand hallenden Schreie dürften Wanderer und Tiere im größeren Umkreis vertrieben haben. Letztlich erreichten aber doch alle sicher den Boden.

Eine Woche später: Samstag: Regen - an Klettern nicht zu denken - obwohl - im Laufe des Tages gab es dann doch öfters Sonne, so dass sich einzelne Sportler schon ärgerten, nicht rausgefahren zu sein.
Aufgrund dieser Erfahrung ging es dann auch Sonntag ohne Rücksicht auf den wolkenverhangenen Himmel südostwärts. Erste kräftige Regenschauer konnten die unentwegten nicht zur Umkehr anstiften. Und - tatsächlich - am Doggenturm angekommen schien der Fels fast bekletterbar. Und genau in diesem Moment ging's los: Regen, strömender Regen. Ab in die Kneipe. Hier deutete sich schon das Schisma an: Während die eine Hälfte der Beteiligten schon über die schönen Dinge, die sie nun zuhause erledigen würden können (Staubsaugen, Abwaschen, Lernen...) sinnierten, starrte die andere Hälfte aus dem Fenster und glaubte, die Wetterwende zu erkennen.
Als man die Kneipe wieder verliess: strahlender Sonneschein. Obgleich dies auf die eine Fraktion beflügelnd wirkte, verblieb die Motivation der Gegenpartei im tiefsten Keller - ja man vermochte fast einer gewissen Erleichterung, nicht klettern zu müssen, gewahr werden. Die eine Hälfte argumentierte nun mit festem Gestein, welches auch besonders schnell zu trocknen bereit sei, die andere mit Kletterregeln, dem Unwillen 'sinnlose Vieren' zu steigen usw. Einer möglichen Eskalation dieses Konfliktes konnte nur durch das Aussetzen der einen Hälfte an der nächsten Bushaltestelle begegnet werden. So blieben also nur zwei übrig, die zielsicher den Bielatal-Parkplatz ansteuerten. Was soll man sagen: Es herrschte reges Treiben am Fels und auch den beiden gelangen neben dem Aufstieg auf den Chinesischen Turm noch mehrere Siebener (vom klassischen Perry-Smith-Weg bis zur Zweitbegehung eines ganz neuen Aufstiegs)
Damit nicht genug - einer der beiden liess sich nicht davon abbringen - unter akuter Gefährdung des Ehefriedens des anderen - noch im letzten Abendlicht sein neues Seil an der Lilienstein-Hangel einzuweihen. Da er sich dann ausreichend dumm anstellte - ergo lange brauchte, endete der Klettertag erst, als die Königsteiner Kirchturmuhr schon lange Neun geschlagen hatte...

Dass freilich auch schönes Wetter keine Garantie für reibungslosen Klettergenuss ist, wurde ein paar Wochen später offenkundig. Nach einem ziemlich erfogreichen Klettertag, sinnierten König, SteffenC und Schober darüber, wo das Nachtlager aufzuschlagen sei. Das naheliegende (Lehnriff) wurde verworfen, da hier die Absturzgefahr für tags darauf nachkommenden Nachwuchs zu gross sei. So begab man sich auf den anstrengenden Pfad hinauf in die Steinlöcher. Die abendliche Diskussion am Lagerfeuer ergab, dass hier - speziell für planmässig nachkommende Ehegattinnen - auch wenig kletterbares zu finden sei. So wurde das Ziel noch weiter verschoben zu Wurzelturm und -nadel, mit der Nachmittagsperspektive Poblätzschwände. Dank mitgeführter tragbarer Fernsprecheinrichtungen, konnnte dies am nächsten Morgen auch besagter Ehegattin mitgeteilt werden, die jedoch wegen Marmeladekochens bis spät in die Nacht noch ruhebedürftig war und geringes Zuspätkommen vorankündigte.
So ging es also zum Wurzelturm, wo einige Zeit mit dem Klettern unlohnender Aufstiege und natürlich auch Spekulationen über den Wahren Grund der Müdigkeit von Frau König (Marmelade, ja ja) ins Land ging.
Schon deutlich nach Mittag frug man sich nun, warum weder die Frau, noch die anderen Bergfreunde, mit denen sie zusammen anreisen wollte, zu sehen waren. Vielleicht waren sie ja gleich zum perspektivischen Nachmittagsziel gegangen. Um des lieben Ehefriedens willen, marschierten die drei Sportler nun zu den Poblätzschwänden, wo sie tatsächlich zwei Vereinskollegen trafen - nur just Frau und Kind nicht. Sie habe sich nicht gemeldet und man wisse nicht wo sie zu finden sei, ob zuhause oder beim Marmeladekochen. Sei es, wegen dem Bedürfnis nach Familienleben, aus Furcht vor Nudelholzattacken wegen des verkorksten Tages, oder zum Zwecke, die Gemahlin in flagranti beim Marmeladekochen zu erwischen - Herr König wolte stante pede nach Hause und verschwand schnell wie der Blitz. Wenige Minuten später sahen SteffenC und Schober eine junge Frau um die Ecke biegen - Frau König hatte sich wieder Erwarten vom Marmeladenkochen erholt und hatte (es war gegen vier Uhr Nachmittag) die Poblätzschwände mitsamt Kind Oscar erreicht. Die Erzählungen über den bereits verschwundenen Ehemann hielt sie freilich erst für Flachs und war nur nach mehrmaligem Nachfragen bereit, diese - gleichwohl wahre - Begenbenheit zu glauben. So fuhren also Königin und Kind nach einigen Wanderkilometern ohne einen Klettermeter wieder nach Hause, und die weiteren Truppenteile strichen aufgrund der übergrossen Hitze und Schwüle auch bald die Segel. Nur vom König hat man seitdem nie mehr was gehört...

Joachim Finzel, Juli 2004

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