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V Tatrach (Bergsteigen in der Hohen Tatra)V Tatrach (Bergsteigen in der Hohen Tatra)

Tatra bei Popradske 
Pleso
bei Popradske Pleso

Winterboulder Kai
Kai zieht durch

Tatra Aufstieg 
Rysy
Aufstieg zum Rysy
Tatra Lomnicky Stit
Blick zum Lomnicky Stit

Zur traditionellen Jahreswechsel-Bergwoche in der Hohen Tatra fanden sich dieses Mal neben den Vereinskollegen Jens P, Olaf H, Frank W und Joe F noch als Gäste Kai M, Micha T, Henry B und Tom F in der Teryho Chata (2015m) ein.
Das perfekte Wetter (7 Tage strahlend blauer Himmel und Temperaturen teils über 0°C) gestattete eine Vielzahl herausragender Unternehmungen. Lediglich die Seilschaft Kai Müller/Micha Trautmann fiel aus dem Rahmen und scheiterte kläglich am Prostredny Hrot, was beweist, daß sie keine „erfahrenen Bergwanderer“ (siehe Wanderführer Hohe Tatra, Rother-Verlag) sind. Von diesem Fauxpas abgesehen bewiesen die beiden jedoch ihre überlegene alpine Grundschnelligkeit und waren meist schon kurz nach Mittag von den Bergfahrten zurück. Da sie dies noch als „gemütlich“ bezeichneten, ist zu vermuten, daß sie sich doch etwas unterfordert hatten.
Hervorzuheben ist außerdem der Kampf „Olaf gegen die Schwerkraft“. Am Ende der 200-Meter-Steilrinne zum Sedlo za Postredným hatte besagte Gravitation bereits über eines seiner Eisgeräte gesiegt. Nach dem Abstieg, dem Finden des Geräts und dem erneuten Aufstieg sah er schon als Sieger aus. Es rächte sich jedoch die Erdanziehung an seinem linken Steigeisen, was die endgültige Aufgabe zur Folge hatte.
Im Bereich „Abenteuer“ schossen letztlich aber Henry Butler und Tom Fröhlich den Vogel ab: Der Versuch, am Silvestertag ein schwieriges Eiscouloir am Malý L’adový Stít zu begehen scheiterte ca. 2-3 Seillängen vor dem Ausstieg an hereinbrechender Dunkelheit. Nach einer langwierigen und materialintensiven Abseilaktion trafen die beiden erst nach 19 Uhr durchnäßt und völlig geschafft wieder in der Tery-Hütte ein. Damit setzten sie die langjährige Tradition fort, daß just am Silvesterabend immer eine Seilschaft erst weit nach Einbruch der Dunkelheit vom Berg zurückkehrt. Mit Sir Henrys halb zertrümmerter Brille und dem vom Eisschlag mit blauen Flecken übersäten Tamron-Tom boten die beiden ein Bild des Jammers.
Als sich am Silvestermittag Jens Petrich und Joachim Finzel auf dem Lomnický Stít zum Berg-Heil die Hände schüttelten, konnte ersterer sich besonders freuen: Alle über 2600m hohen Gipfel der Tatra hatte er damit bezwungen. Doch auch Joe ließ sich nicht lumpen und bestieg zwei Tage später bei der L’adový-Überschreitung im Alleingang die letzten drei in seiner „Sammlung“ fehlenden „2600er“.
Am selben Tag wetzten Jens Petrich, Tom Fröhlich und Olaf Hiller noch die Scharte aus, die das Scheitern von Kai und Micha am Prostredný Hrot hinterlassen hatte. In souveräner Manier bezwangen sie den 2440m hohen Berg über den Nordwestgrat. Überhaupt war dieser 2.1.1999 ein herausragender Tag, denn am Vormittag war bereits der Seilschaft Frank Woittenek und Joachim Finzel der große Wurf gelungen. Die Erstbegehung „Topo vergessen III “ am Spisský Stít meisterten die beiden auf Anhieb.
Bedeutendes Neuland fiel auch Kai, Frank und Joe am Neujahrstag 1999 zum Opfer – Eine Vielzahl harter Boulder (O-Ton Kai: “bis Fb 1c bloc“) entstand an nur einem Nachmittag. Außerdem erfand das Trio den „kombinierten Boulder“. (siehe Foto) Hier ist der Erfolg nur dem , der sowohl am Fels als auch im Eis ein Meister ist, möglich. Damit wurde das Tor zu einer neuen, faszinierenden Spielart des Bergsports aufgestoßen.
Nach dieser viel zu schnell zu Ende gegangenen Woche wartete noch eine letzte harte Prüfung auf die Alpinisten: Die Zugfahrt von Decin nach Bad Schandau ohne gültige Fahrkarte bei wachsamem Zugbegleitpersonal („Wochin farren sie? Decin oder Dresden? Achtung! Ich fahrren bis Bad Schandau!“) war eine harte Nervenprobe. Der sonst so kaltblütige Tamron-Tom hielt dem Druck nicht stand und bereicherte die Tourenliste um einen Sprint zum Deciner Fahrkartenschalter, ohne jedoch das begehrte Ticket noch lösen zu können. Lediglich die Tatsache, daß die nette tschechische Schaffnerin entgegen ihrer Aussage (s. o.) bereits in Decin ausstieg, bewahrte die Seilschaft vor der sicher geglaubten Katastrophe.


Joachim Finzel, Januar 1999

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